Aus der alten Klärgrube wird eine richtige Zisterne

Vor gut 40 Jahren ist die Klärgrube vielleicht 10 Jahre lang in Betrieb gewesen, wurde sie anschließend lange Zeit still gelegt und seit den 90ern an eine Dachhälfte vom Haus angeschlossen als Regenwasserspeicher genutzt.

Vor 3 Jahren wollte ich wie jeden Sommer so üblich den Teich mit Wasser auffüllen und die Regentonnen nachfüllen um die Pflanzen gießen zu können, leider ist in der Klärgrube kein Wasser gewesen, dabei war den ganzen Herbst/Winter/Früher zuvor ausreichend Regenwasser in Hülle und Fülle gefallen. Gleiches Ergebnis dann auch in diesem Jahr, weshalb ich mich dazu entschlossen habe die Klärgrube zu sanieren/abzudichten.

Die Grube ist 3 Meter tief mit einem Durchmesser von 190cm, hat noch gemauerte Steine und beherbergt keine 3 Kammern wie sonst üblich, sondern gleich 4 davon. Nach einem kurzen Check begann ich dann mit einer zweiten Person an der Oberfläche in die Grube hinabzuklettern. Lediglich eine kurze Inspektion genügte um festzustellen das die Klärgrube auch nach den ganzen Jahren und der wenigen Benutzung noch wie neu aussah, es gab nichts zu beanstanden.

Die Reinigung der Klärgrube
Das schlimmste war die Reinigung. Die Grube wurde zwar bei der Stilllegung abgesaugt allerdings wurde dabei natürlich nicht unbedingt auf Sorgfalt geachtet, wozu auch. Man glaubt gar nicht wieviel Moos in 25 Jahren vom Dach in die Klärgrube gespült wird, weswegen sie wohl auch die ganzen Jahre das Regenwasser hielt. Da der Boden lediglich aus Zementresten vom Hausbau bestand und auch viele Löcher hatte, musste die Mischung aus Kompost und altem hellgrauen Klärschlamm aus der Grube, egal wie! Zuerst konnten wir den meisten Matsch mit der Tauchpumpe und Frischwasser sehr gut absaugen. Wichtig ist es den Schlamm mit frischen Wasser aus dem Gartenschlauch zu lösen damit die Schmutzwasserpumpe alles schön absaugen kann. Da die Pumpe leider nur bis 5cm über den Boden absaugt brauchten wir noch eine Alternative. Also habe ich es einfach mal mit meinem Werkstatt Nasssauger Kärcher WD 3500P probiert. Der 4 Meter lange Saugschlauch reichte gerade bis zum Grund, so das der Sauger oben stehen bleiben konnte. Kaum zu glauben das er es tatsächlich geschafft hat das Wasser und sogar den Schlamm ohne Probleme hoch zu saugen. Die zweite Person musste den Nasssauger oben zwar ziemlich oft entleeren aber es hat funktioniert und der Boden der Grube war anschließend so sauber, das man davon hätte essen können!

Material - Aufwand und Menge
Nach der Berechnung der Grundfläche sind wir mit zwei 40kg Säcke Zementmörtel für die Wände gut hingekommen. Mit Quast und Pinsel konnte ich die nasse Zementschlämme leicht auftragen. Für den Fußboden brauchten wir dann ganze drei 40kg Säcke Beton um Unebenheiten auszugleichen aber auch das war gut zu meistern, lediglich die viel zu engen Kammern und das ständige rein und raus klettern aus der Klärgrube war sehr anstregend. Wenn oben 30 Grad bester Sonnenschein herrscht ist es dafür angenehm kühl in der Grube :).  Nach 4 Wochen Trocknungszeit und bei geöffneten Deckel haben wir uns dann an die letzte Schicht gemacht, nämlich der Dichtschlämme. Ein 25kg Sack Dichtschlämme von MEM genügt für die ganze Grube. Zuvor noch mit dem Superhaftgrund von MEM eingepinselt habe ich dann penibel auch die Dichtschlämme wieder mit einem Quast fein säuberlich aufgetragen um bloß nichts zu vergessen, denn jedes Loch wird später zum Verhängnis. Zuerst die Wände und wenn die Kammer soweit fertig ist zum Schluss dann den Betonfußboden.

Klärgrube Zisterne

Die Verrieselung der neuen Zisterne
Erneut nach zwei Wochen bin ich dann bei gegangen und habe das Regenfallrohr wieder angeschlossen, was ich vor den Baumaßnahmen natürlich entfernt hatte. Um dem Moos etwas entgegen zu wirken hat das Fallrohr nun auch ein Laubfang Schutzgitter. Mittlerweile ist die neue Zisterne mit 1 Meter Regenwasser gefüllt und sollte nun hoffentlich dicht halten, denn ich bin nicht scharf drauf erneut dort runter zu klettern. Insgesamt passen in unsere neue Zisterne maximal 4500 Liter Regenwasser. Lediglich die Verrieselung bestehend aus Drainagerohr müssen wir im Auge behalten. Als kurzen Test hatte ich den Gartenschlauch 8 Meter hinein geschoben und 5 Minuten Wasser laufen lassen,  es ist nichts zurück gekommen. Sollte die Drainage versandet sein und bei Starkregen das Wasser nicht schnell genug versickern, kann es passieren das das Regenwasser zurück in Richtung Haus läuft. Der Höhenunterschied von Zulauf- und Ablaufrohr beträgt gerademal 10 cm. Sollte dieser Fall eintreten, werde ich eventuell eine neue Verrieselung im Garten eingraben müssen, für Arbeit ist dann jedenfalls gesorgt...

Mehr Bilder und Beschreibungen über die verwendete Schmutzwasserpumpe oder die Schlauchverlegung findet man auch unter Gartenbauprojekte "Die Zisterne".

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