Weinrebe richtig schneiden – Vertikoerziehung und Rebsorte

Wir haben jetzt Anfang März und das Wetter ist sehr milde. Das sind günstige Bedingungen um unsere Weinreben einen alljährlichen Schnitt zu verpassen.

Die ältesten Reben sind die an der Gartenhütte. Sie sind jetzt schon ganze 10 Jahre alt und bereiten uns jedes Jahr eine gute Ernte. Da ich schon immer wenig von der reinen Theorie gehalten habe, orientiere ich mich beim Rebschnitt hauptsächlich an das Wachtum der Pflanze. Unsere Rebstöcke ranken am selbstgebauten Holzspalier mit einem Drahtgespann an den Hauswänden, der Holzhütte und der Pergola, weshalb ich mich auch dazu entschieden habe die Vertikoerziehung zu wählen.

Die richtige Rebsorte
Da wir in einer nicht-Weinanbauregion wohnen und sich das Wetter oft alles andere als günstig für unsere Reben verhält, habe ich mich für die sehr früh reifende Weißweinsorte Solaris, mit bis zu 100 Grad Oechsle entschieden. Der Herbst ist oft sehr verregnet, was zu faule Früchte (Botrytis) an der Rebe führen kann. Tafeltrauben sollten nur zum Naschen oder für Marmelade, nicht aber zur Weinherstellung verwendet werden.

Weinrebe schneiden - Die Vertikoerziehung

Bei der Vertikoerziehung wird der Haupttrieb, nämlich der Kordon, in der Mitte 1-2 Meter gerade nach oben gezogen. In 15-20cm Abständen, am besten immer dort wo auch ein Draht gespannt ist, doch niemals unterhalb der Veredlungsstelle, werden die Seitentriebe bei einem Rebschnitt jedes Jahr auf 1-2 Augen gekürzt. Unterhalb der Veredlungsstelle sollten immer alle Augen entfernt werden und keine Triebe wuchern. Ist der Seitentrieb während des Wachstums am Ende des Sparliers angekommen, schneidet man ihn ab und verhindert ein überwuchern der Weinrebe.

augen weinrebe
Die Reben schneiden wir immer passend zum Wetter. An Frosttagen versuchen wir den Rebschnitt zu vermeiden. So wird ein unnötiges einreißen des Rebholzes verhindert.

Ab März steht der Stock im Wasser und kann bluten
Die Wurzeln des Rebstocks reichen über 10 Meter unter der Erde, wo sie den Grundwasserspiegel erreichen und sich so versuchen in trockenen Perioden mit Wasser zu versorgen. Will man seine Weinrebe schneiden, dann kann es passieren das aus der Schnittstelle Wasser heraus tropft. Hier spricht man auch von bluten. Ein bluten kann mehrere Tage andauern und ist nicht weiter tragisch, sofern es nur vereinzelnd vorkommt. Spätestens bis Ende März sollten alle Reben geschnitten sein.

Wichtige Regeln beim Rebschnitt für die Herstellung von Qualitätsvollen Wein

  • Jedes Auge ist eine potenzielle Weintraube.
  • Nur eine Traube pro Seitentrieb.
  • Unsere Traube hat im Durchschnitt ein Gewicht von 100g.
  • Eine Rebe sollte nicht mehr wie 3kg Trauben tragen.
  • Keine gezüchteten Tafeltrauben verwenden.
  • Trotz frühreifende Sorte, so lange wie möglich reifen lassen.
  • Weintrauben regelmäßig auslichten und zu dicht gewachsene Blätter entfernen.
  • Aus minderwertigen Trauben lässt sich kein guter Wein mehr herstellen.

rebschnitt
Nicht mehr wie 3kg Weintrauben pro Rebe
Wer glaubt, sich an der Masse an Trauben bereichern zu können, sollte schleunigst umdenken. Was für Tafeltrauben zum essen vielleicht gerade noch akzeptabel ist, stellt für den fertigen Wein ein klares Manko dar. Mehr wie 3kg Weintrauben an der Rebe bedeutet lediglich die selbe Qualität, verteilt auf einer größeren Masse. Die Trauben werden wässrig und der Geschmack verblasst.

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